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11 legendäre Rockacts, die als Schülerband starteten

Für viele Jugendliche sind Schülerbands ein Hobby, ein Zusammenkommen mit Freunden, vielleicht eine erste musikalische Erfahrung. Dass daraus aber durchaus mehr entstehen kann, zeigen Bands wie Radiohead, Coldplay oder U2, die noch heute in der Besetzung spielen, in der sie sich zu Schulzeiten zusammengefunden haben! Aber auch einige andere bedeutende Bands haben sich zu ihrer Schulzeit gegründet und damit schon früh entschieden, wo die berufliche Reise einmal hingehen soll...

Red Hot Chili Peppers

Chilli Peppers”-Frontmann Anthony Kiedis und Bassist Michael "Flea" Balzary waren beispielsweise schon in der Schule befreundet, aber danach hat es am Anfang gar nicht ausgesehen. Die beiden Jungs haben sich ironischerweise durch einen Streit kennengelernt, als Flea einen Jungen angegangen ist und Kiedis diesem nur helfen wollte. Schnell hat sich aber herausgestellt, dass die beiden Streithähne eigentlich Freunde waren und letztendlich hat sich auch Kiedis mit Flea angefreundet. Als er später auf dem College einen Auftritt organisiert hat, aber noch ohne Band war, hat er flott Flea und zwei weitere Highschool-Freunde zusammengetrommelt. Sie haben sich kurzfristig zum Üben getroffen und “Out In L.A.” als ersten Song geschrieben. Im Februar 1983 haben sie dann unter dem Namen Tony Flow and the Miraculously Majestic Masters of Mayhem ihren ersten Auftritt absolviert. Der Bandname Red Hot Chili Peppers ist erst später, in Anlehnung an klassische amerikanische Jazz- oder Blues-Bandnamen, entstanden. Nach ihren ersten Erfolgen in Clubs und Bars der Umgebung wurden das Label EMI auf sie aufmerksam und hat mit ihnen ihr erstes, selbstbetiteltes Album aufgenommen, mit dem sie auch schon gleich bei MTV gespielt wurden.

Edguy

Auch unser Moderatoren-Kollege Tobi Sammet war schon sehr früh aktiv: Mit nur 14 Jahren hat er zusammen mit Dirk Sauer, Jens Ludwig und Dominik Storch in Fulda die Band Edguy gegründet. Der Name erinnert auch zurück an die Schulzeit, denn er spielt auf einen ihrer Lehrer namens Edgar Siedschlag an. Nachdem sie sich erst an Hard Rock Coverversionen versucht hatten, haben sie letztendlich auch eigene Songs geschrieben und ihre aufgenommenen Demos an verschiedene Plattenfirmen verschickt. 1995 haben sie ihr Debutalbum noch in Eigenregie herausgebracht, aber danach wurden sie schon von einem Label unter Vertrag genommen. 1998, sechs Jahre nach ihrerer Gründung, haben sie dann mit ihrem Album “Vain Glory Opera” den Durchbruch geschafft. Mit Gastauftritten von Hansi Kürsch von Blind Guardian oder Timo Tolkki von Stratovarius sind sie noch bekannter geworden und zählen mittlerweile zu den Aushängeschildern des deutschen Powermetal.

Depeche Mode

Auch wenn sich Depeche Mode erst 1980 gegründet haben, gehen ihre Wurzeln zurück auf das Jahr 1976, als Vince Clarke und Andrew Fletcher im Teenager-Alter in Basildon, England die Band No Romance In China gegründet haben. Die Band hatte zwar nicht lange Bestand, aber drei Jahre später hat Clarke zusammen mit Gore eine neue Band unter dem Namen French Look gegründet. Andrew Fletcher, der ihr Klassenkamerad war, ist schließlich in die Band eingestiegen und die Gruppe nannte sich nun Composition of Sound. Nach ihren ersten Auftritten 1980 als Trio haben sie Gahan in Band aufgenommen, der die Position Sängers von Clarke übernommen hat. Auf seinen Vorschlag hin benannte sich die Band schließlich nach einem französischen Modemagazin in Depeche Mode um, verbannte in der Folge alle herkömmlichen Rockinstrumente und konzentrierte sich gänzlich auf synthetische Klangerzeuger. Und mit diesem einzigartigen Stil haben sie später Weltruhm erlangt.

Genesis

Die Gründungsmitglieder von Genesis, die 1967 zusammengefunden haben,  kommen ursprünglich aus Schülerbands: Auf der sehr elitären “Charterhouse School” in Godalming, England, haben allerdings sehr strenge Regeln geherrscht, die die Jungs frustriert haben. Musik war für sie wie eine kleine Flucht aus dieser Realität - daher haben sie die knappe Freizeit, die sie hatten, mit Musizieren verbracht: Beide konnten Klavier spielen, aber Gabriel hat schließlich den Gesang übernommen, da nur ein Klavier zur Verfügung stand. Neben bekannten Pop- und Rocksongs haben sie recht schnell auch eigene Stücke geschrieben und sind der Schülerband The Garden Wall beigetreten. Parallel kam auch Mike Rutherford an die Schule, der mit weiteren Mitschülern, unter anderem Anthony Phillips, die Band Anan gegründet hat. Bei einem Schulkonzert sind die beiden Bands schließlich zusammen aufgetreten, wo es aufgrund von Mangel an Mitgliedern schon zu einer Vermischung der Konstellationen gekommen ist. Im Anschluss hat sich Anon aufgelöst und Rutherford und Phillips haben sich entschieden, Gabriel und Banks in ihre neue Band aufzunehmen. In den Osterferien haben sie in dieser Besetzung ihre erste Kompositionen aufgenommen und im Anschluss Chris Stewart in die Band aufgenommen, der als Schlagzeuger die Erstbesetzung vervollständigt hat. Als sie einen Musikproduzenten gefunden hatten, der ihre Musik herausbringen wollte, haben sie sich dann auf den neuen Namen Genesis geeinigt, der für den Anfang von etwas Neuem stehen sollte.

Radiohead

Radiohead wurde 1985 von Thom Yorke, Jonny Greenwood, Colin Greenwood, Ed O’Brien und Phil Selway an der Abingdon School in Abingdon bei Oxford gegründet – damals noch unter dem Namen On A Friday, weil die Band immer freitags geprobt hat. Yorke und Colin Greenwood waren in der gleichen Klassenstufe, während O’Brien und Selway eine Stufe darüber waren; Colins Bruder Jonny Greenwood war zwei Stufen unter seinem Bruder. Anfang 1986 gab es schließlich den ersten Auftritt der Band in der Jericho Tavern in Oxford. Obwohl Yorke, O’Brien, Selway, und Colin Greenwood im Jahr darauf die Schule verlassen haben, um zu studieren, hat sich die Band trotzdem regelmäßig an Wochenenden und in den Ferien getroffen. Aber erst ab 1991 wurden sie zunehmend professioneller, was ihnen noch im gleichen Jahr einen Vertrag mit EMI für sechs Alben eingebracht hat. Auf das Plattenlabel geht auch die Umbenennung zurück, denn auf ihre Anregung hin wurde der Bandname schließlich zu Radiohead geändert.

Lynyrd Skynyrd

Die Southern Rocker aus Jacksonville Florida haben in der Schule wohl gerade nicht aufgepasst, als man ihnen Vokalen beigebracht hat - das könnte man zumindest meinen wenn man den Bandnamen liest. Was sie aber in der Schule schon ziemlich erfolgreich gemacht haben, ist Musik: Ronnie Van Zant, Larry Junstrom, Bob Burns, Allen Collins und Gary Rossington waren alle zusammen auf der Highschool und haben in der Band The Noble Five gespielt. Ihr Sportlehrer Leonard Skinner, nach dem sie die Band später benannt haben, verdammte sie einmal vor dem Unterricht zu einem Haarschnitt, weil die langen Haare gegen die Kleiderordnung der Schule verstoßen haben. Aus Trotz haben sie bald die Schule geschmissen und den Bandnamen, nach ein paar kleinen Änderungen, ihrem Lehrer gewidmet. Die New York Times hat ihn nach seinem Tod 2010 als den “wohl einflussreichsten Sportlehrer der amerikanischen Popkultur” bezeichnet.

Van Halen

Zehn Jahre nachdem die Familie Van Halen aus den Niederlanden nach Pasadena in Kalifornien ausgewandert ist, haben die beiden Brüder Eddie und Alex zusammen mit Mark Stone am Bass 1972 die Band Mammoth gegründet. Später haben sie David Lee Roth als Sänger aufgenommen, von dem sie eigentlich nur ein Soundsystem leihen wollten. Nachdem sie den Posten des Bassisten durch Michael Anthony getauscht haben, versuchten sie sich an den Bandnamen The Broken Combs oder Rat Salad nach dem Black Sabbath Klassiker. Schließlich ist die Band aber dem Vorschlag von Roth gefolgt, die Band schlicht Van Halen zu nennen, weil er fand, dass sich das “wie eine deutsche Atombombe” anhört. Während der Highschool wurden sie von dem Produzenten Ted Templeman entdeckt, der schließlich auch ihre ersten Album selbst produziert hat. Besonders das selbstbetitelte Debütalbum und  die sechste Platte “1984” haben für einen kometenhaften Aufstieg gesorgt und haben außerdem beide mit je 10 Millionen verkauften Exemplaren Platin-Status erreicht.

U2

1976 suchte der 14-jährige Larry Mullen Junior am Schwarzen Brett der “Mount Temple Comprehensive School” in Dublin nach Musikern, um mit ihm am Schlagzeug eine Band zu gründen. Darauf haben sich Bono, Adam Clayton, David Howell Evans und Richard Evans gemeldet und im September gemeinsam The Larry Mullen Band gegründet, die sie einen Tag später aber schon in Feedback umbenannt haben. Richard Evans, das einzige Mitglied, das nicht mehr zur aktuellen Besetzung gehört, hat die Band dann bereits 1978 verlassen, um auf das College zu gehen. Nach einer weiteren Umbenennung in The Hype hat der Rest der Band dann aber unter dem heutigen Namen U2 weitergemacht. Nachdem sie eine Talentshow gewonnen haben, hat auch schon gleich der erste Plattenvertrag auf sie gewartet und seitdem ging die Karriere der irischen Jungs steil bergauf!

Coldplay

Die nächste Erfolgsband ist zwar nicht schon während der Highschool-Zeit entstanden, aber dafür nur kurz später am College: Chris Martin, Guy Berryman, Jonny Buckland und Will Champion haben alle am University College London studiert. Auch wenn ihre Studiengänge (Alte Geschichte, Astrophysik oder Mathematik) so gar nichts mit Musik zu tun hatten, haben die Jungs gemeinsam musiziert. 1996 haben sich Martin und Buckland zur Gruppe Pectoralz zusammengetan, nachdem sie sich in der Einführungswoche angefreundet hatten. Als später Berryman und Champion hinzugestoßen waren, haben sie sich zunächst Starfish genannt und unter diesem Namen einige Konzerte in kleinen Clubs in Camden gespielt. Auf den Vorschlag eines Kommilitonen haben sie ihren Namen aber schließlich zu Coldplay geändert und als solche 1998 die “Safety EP” aufgenommen. Daraufhin wurden sie von dem Independent-Label Fierce Panda Records unter Vertrag genommen, bevor sie schließlich bei Parlophone gelandet sind, wo sie auch noch heute unter Vertrag stehen.

Green Day

Billie Joe Armstrong und Mike Dirnt sind schon seit ihrer Kindheit gute Freunde. Im Alter von gerade mal 15 Jahren entscheiden die beiden Schulkameraden sich dann dafür, eine Punkband namens Sweet Children zu gründen. Nur kurze Zeit später stehen Armstrong und Dirnt zusammen mit dem Drummer Al Sobrante auf der Bühne und im Studio, um die ersten Songs aufzunehmen. Kurz darauf verlässt der Drummer jedoch die Punker und Tré Cool nimmt seinen Platz ein - seitdem sind die Jungs in dieser Konstellation unterwegs. 

Accept

Accept haben durch ihre Erfolge in den 1980er Jahren Band zahlreiche NWOBHM-Bands und sogar Metallica beeinflusst und zählen damit zurecht zu den international bekanntesten deutschen Metal-Acts. Schon 1971 ist die Gruppe aus der Band X entstanden, die von dem Wuppertaler Sänger Udo Schneider mit 14 Jahren gegründet wurde. Als er Michael Wagner, Gerhard Wahl, Rainer Bickehoer und Stefan Thimm in die Band aufgenommen hat, hat das Projekt dann langsam Fahrt aufgenommen und es gab erste regionale Erfolge. Trotzdem gab es noch einige Besetzungswechsel, bevor sie bei einem Bandwettbewerb 1977 von einigen Produzenten entdeckt wurden. Mit ihrer Hilfe haben sie einen Plattenvertrag eingetütet und zwei Jahre später ihr Debütalbum “Accept” aufgenommen.